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User-Agent-Analyse

Das User-Agent-Analyse-Tool dekodiert HTTP-User-Agent-Strings und zeigt alle erkannten Eigenschaften strukturiert an: Browser, Rendering-Engine, Betriebssystem mit Version, CPU-Architektur und Gerätetyp. Es erkennt automatisch den aktuellen Browser-UA und kann beliebige UA-Strings aus Log-Dateien oder HTTP-Headern analysieren. Ergänzend werden Client-Hints-Header (SEC-CH-UA) interpretiert, sofern vorhanden.

Was ist der User-Agent und warum ist er wichtig?

Der User-Agent ist ein Pflicht-Header in HTTP-Anfragen (RFC 7231, Section 5.5.3), der die Client-Software und ihre Fähigkeiten beschreibt. Webserver nutzen ihn für Content-Negotiation, Analytics-Systeme für Browser-Statistiken und Sicherheitssysteme für Bot-Erkennung. Der klassische UA-String ist historisch gewachsen und enthält aus Kompatibilitätsgründen redundante Informationen: Fast alle Browser beginnen mit 'Mozilla/5.0', da ältere Server erweiterte Inhalte nur für Netscape-kompatible Clients auslieferten. Die modernen 'User-Agent Client Hints' (UA-CH, seit Chrome 89) ersetzen schrittweise den monolithischen UA-String durch strukturierte HTTP-Header (SEC-CH-UA, SEC-CH-UA-Platform, etc.).

Wie funktioniert das Tool?

Das Tool liest den User-Agent-String des aktuellen Browsers über navigator.userAgent aus und parst ihn mit einem regex-basierten Parser. Zusätzlich werden, soweit verfügbar, die User-Agent-Client-Hints-Werte über navigator.userAgentData abgerufen. Der Parser identifiziert Browser-Name und Version durch Prioritätsmatching bekannter UA-Tokens: Chrome, Firefox, Safari, Edge (Blink-basiert), Opera, Samsung Internet, UC Browser, Brave und viele weitere. Die Rendering-Engine wird aus spezifischen Token-Kombinationen abgeleitet. Das Betriebssystem und seine Version werden aus den geklammerten Kommentar-Abschnitten des UA-Strings extrahiert.

Typische Anwendungsfälle

  • Echtzeit-UA-Anzeige des eigenen Browsers für Debugging und Dokumentation
  • Analyse von UA-Strings aus Web-Server-Logs (Apache, nginx, IIS)
  • Bot- und Crawler-Erkennung in Sicherheitsanalysen und WAF-Konfigurationen
  • Cross-Browser-Testing – UA-Strings verschiedener Geräte und Browser vergleichen

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Schritt 1: Das Tool liest den aktuellen Browser-UA automatisch aus und analysiert ihn.
  2. Schritt 2: Optional: Eigenen UA-String eingeben (z. B. aus einem Server-Log).
  3. Schritt 3: Erkannte Browser, Engine, OS und Geräteinformationen ablesen.
  4. Schritt 4: Client-Hints-Werte (falls vom Browser unterstützt) für präzisere Informationen prüfen.

Beispiel

Eingabe
Mozilla/5.0 (Windows NT 10.0; Win64; x64) AppleWebKit/537.36 (KHTML, like Gecko) Chrome/120.0.0.0 Safari/537.36 Edg/120.0.0.0
Ausgabe
Browser: Microsoft Edge 120
Engine: Blink (Chromium-basiert)
OS: Windows 10/11 (x64)
Gerätetyp: Desktop
Bot: Nein

Tipps & Hinweise

  • Tipp: Microsoft Edge Chromium hat 'Edg/' (ohne 'e') im UA-String, das ältere Edge Legacy hatte 'Edge/' – ein häufige Verwechslungsquelle beim manuellen Parsing.
  • Tipp: Brave-Browser sendet denselben UA-String wie Chrome – für die Erkennung von Brave muss das JavaScript-API navigator.brave.isBrave() geprüft werden.
  • Tipp: Für mobile Safari (iPhone/iPad) ist die iOS-Version nur über den UA ermittelbar, nicht über navigator.userAgentData – Apples Privacy-Stance verhindert die Ausgabe über Client Hints.

Häufige Fragen

Was sind User-Agent Client Hints und wie unterscheiden sie sich vom klassischen UA?
User-Agent Client Hints (UA-CH) sind eine moderne Alternative zum klassischen UA-String (Chrome 89+). Sie liefern strukturierte Informationen über optionale, kategorisierte HTTP-Header (z. B. SEC-CH-UA: '"Chromium";v="120"') oder über die JavaScript-API navigator.userAgentData. Der klassische UA-String wird schrittweise auf minimale Informationen reduziert (UA Reduction), um Fingerprinting zu erschweren.
Kann ich den User-Agent meines Browsers ändern?
Ja – alle gängigen Browser bieten in den Entwicklertools (DevTools → Network Conditions) die Möglichkeit, den UA-String zu überschreiben. Für permanente Änderungen gibt es Browser-Erweiterungen. Serverseitig können HTTP-Proxys den UA-Header modifizieren. Beachten Sie, dass ein geänderter UA die Browser-Funktionen nicht ändert, nur die Selbstauskunft.