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Analyse

User-Agent-Parser

Der User-Agent-Parser zerlegt beliebige User-Agent-Strings in ihre semantischen Bestandteile: Browser-Name und -Version, Rendering-Engine (Blink, WebKit, Gecko, Trident), Betriebssystem mit Version, CPU-Architektur (x86, x64, ARM, ARM64) und Gerätetyp (Desktop, Mobil, Tablet, Smart-TV, Konsole). Das Tool nutzt regelbasierte Parsing-Logik kompatibel mit der ua-parser2-Spezifikation.

Was ist ein User-Agent-String?

Der User-Agent (UA) ist ein HTTP-Request-Header (RFC 7231), den Browser und HTTP-Clients bei jeder Anfrage mitsenden. Er identifiziert die Client-Software gegenüber dem Webserver. Der historisch gewachsene UA-String folgt keinem strikten Standard und enthält oft redundante Informationen für historische Kompatibilitätsgründe. Ein typischer Chrome-UA auf Windows lautet: 'Mozilla/5.0 (Windows NT 10.0; Win64; x64) AppleWebKit/537.36 (KHTML, like Gecko) Chrome/120.0.0.0 Safari/537.36'. Die 'Mozilla/5.0'-Präambel ist bei praktisch allen modernen Browsern vorhanden und hat keine inhaltliche Bedeutung mehr.

Wie funktioniert das Tool?

Das Tool verwendet einen regexbasierten Matching-Ansatz, der auf einer umfangreichen Datenbank von UA-Mustern basiert (ähnlich ua-parser-js oder Browserslist). Der UA-String wird nacheinander gegen priorisierte Regex-Muster für Browser, Engine, OS und Device geprüft. Erkannte Tokens werden zu strukturierten Ergebnissen zusammengefasst: Browser-Objekt (name, version, major), Engine (name, version), OS (name, version) und Device (vendor, model, type). Das Tool erkennt auch Bot- und Crawler-UAs (Googlebot, Bingbot, Scrapy) und spezielle Clients (cURL, HTTPie, Postman).

Typische Anwendungsfälle

  • Server-Log-Analyse – Browser- und OS-Verteilung aus Access-Logs auswerten
  • Browser-Feature-Detection auf Server-Seite (SSR) für adaptive Content-Delivery
  • Bot-Erkennung in Web-Application-Firewalls und Rate-Limitern
  • A/B-Testing-Plattformen – Gerätetyp-basierte Zielgruppensteuerung

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Schritt 1: User-Agent-String in das Eingabefeld eingeben oder den aktuellen Browser-UA automatisch laden lassen.
  2. Schritt 2: Das Tool parst den UA-String und zeigt alle erkannten Komponenten.
  3. Schritt 3: Browser, Engine, OS, Architektur und Gerätetyp aus der strukturierten Ausgabe ablesen.
  4. Schritt 4: Ergebnis für Logging, Konfiguration oder Kompatibilitätstests verwenden.

Beispiel

Eingabe
Mozilla/5.0 (Linux; Android 14; Pixel 8) AppleWebKit/537.36 (KHTML, like Gecko) Chrome/120.0.6099.43 Mobile Safari/537.36
Ausgabe
Browser: Chrome 120.0.6099
Engine: Blink (WebKit/537.36)
OS: Android 14
Gerät: Mobile (Google Pixel 8)
Architektur: ARM64

Tipps & Hinweise

  • Tipp: Verlassen Sie sich nicht ausschließlich auf User-Agent-Strings für sicherheitsrelevante Entscheidungen – UAs können einfach gefälscht werden.
  • Tipp: Moderne Browser implementieren das 'User-Agent Client Hints'-API (SEC-CH-UA), das strukturierte UA-Informationen ohne Parsing-Aufwand liefert.
  • Tipp: Googlebots haben spezifische UA-Patterns (Googlebot/2.1); verifizieren Sie diese immer zusätzlich per Reverse-DNS-Lookup der Quell-IP, da UA-Spoofing häufig vorkommt.

Häufige Fragen

Warum enthalten alle modernen Browser 'Mozilla/5.0' im User-Agent?
Das ist ein historisches Erbe: In den 1990ern berichtete Netscape Navigator 'Mozilla/X.0', und viele Server lieferten erweiterte Inhalte nur an 'Mozilla'. Spätere Browser begannen, 'Mozilla/5.0' zu imitieren, um Kompatibilität zu gewährleisten. Heute hat dieser Prefix keine inhaltliche Bedeutung mehr.
Was ist der Unterschied zwischen ua-parser und User-Agent-Sniffing?
UA-Parser ist ein strukturierter Ansatz, der den UA-String anhand bekannter Muster zerlegt. UA-Sniffing bezeichnet das Ad-hoc-Prüfen auf bestimmte Strings (z. B. 'if UA contains MSIE'). UA-Parser ist wartbarer und zuverlässiger, da er auf einer gepflegten Datenbank basiert. Google empfiehlt als moderne Alternative Feature-Detection statt UA-Sniffing.
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